Kalt geschleudert. Cremig gerührt.
Warum die Methode über alles entscheidet.
Nicht jeder Honig wird gleich verarbeitet — und das macht einen enormen Unterschied. Was die Begriffe auf dem Glas bedeuten, und warum Stefans Methode die richtige ist.
Warum die Methode über alles entscheidet.
Nicht jeder Honig wird gleich verarbeitet — und das macht einen enormen Unterschied. Was die Begriffe auf dem Glas bedeuten, und warum Stefans Methode die richtige ist.
Das Wichtigste zuerst: Honig ist in der Wabe perfekt. Die Bienen haben ihn über Tage gereift, auf den richtigen Wassergehalt gebracht und verdeckelt. Was danach passiert — wie der Imker ihn verarbeitet — entscheidet darüber ob all das erhalten bleibt.
Die Begriffe auf dem Honigglas sind kein Marketing. Sie beschreiben konkrete Prozesse mit konkreten Auswirkungen auf Geschmack, Inhaltsstoffe und Qualität.
Der Honig wird ohne jede Wärmezufuhr aus den Waben geschleudert. Die Temperatur bleibt unter 40°C — der natürlichen Bienenstock-Temperatur.
Vorteile
Nachteile
Auf dem kalt geschleuderten Honig aufbauend: durch kontrolliertes, langsames Rühren bei kühler Temperatur entstehen viele kleine Kristalle — das Ergebnis ist cremig und streichfähig.
Vorteile
Nachteile
Erwärmung auf maximal 40°C um kristallisierten Honig wieder zu verflüssigen. Schonend gemacht ist der Qualitätsverlust minimal — aber Enzyme werden bereits leicht beeinträchtigt.
Vorteile
Nachteile
Erhitzung auf 60–80°C für leichte Abfüllung und lange Flüssigkeit. Standard in der Industrie — auf Kosten aller wertvollen Inhaltsstoffe.
Vorteile
Nachteile
Von der Wabe bis zum fertigen Glas — Schritt für Schritt:
Stefan entnimmt die reifen, verdeckelten Waben aus dem Bienenstock. Verdeckelt bedeutet: die Bienen haben den Wassergehalt unter 20% gebracht — der Honig ist reif.
Mit einer speziellen Entdeckelungsgabel wird das Bienenwachsdeckel vorsichtig abgetragen. Der Honig liegt frei in den Wabenzellen.
Die Waben werden in eine Honigschleuder gehängt und durch Zentrifugalkraft geschleudert. Der Honig fließt an die Wandung und läuft nach unten ab. Kein Erhitzen, kein Druck.
Der frisch geschleuderte Honig wird durch ein grobes Sieb gegeben — um Wachspartikel zu entfernen. Nicht filtern: Pollen und kleine Partikel bleiben erhalten.
Der Honig ruht für einige Tage in Reifebehältern. Luftblasen steigen auf, der Honig klärt sich leicht. Keine Wärme, keine Zusätze.
Für cremigen Honig: kontrolliertes Rühren bei kühler Temperatur über mehrere Tage. Viele kleine Kristalle bilden sich gleichmäßig — die Konsistenz wird cremig-fest.
Der fertige Honig wird direkt in Gläser abgefüllt. Kein weiterer Schritt, kein Zusatz, keine Erhitzung. Das Glas kommt zum Kunden.
“Ich rühre den Rapshonig mehrere Tage lang — jeden Tag ein bisschen. Man sieht wie die Konsistenz sich verändert. Das ist kein industrieller Prozess, das ist Handwerk.”
— Stefan Weihrauch
Viele Menschen denken kristallisierter Honig sei schlecht geworden. Das Gegenteil ist wahr: Echter Honig kristallisiert immer. Das ist seine natürliche Form.
Honig besteht hauptsächlich aus Glukose und Fruktose. Glukose kristallisiert — wie schnell, hängt vom Verhältnis ab. Rapshonig hat viel Glukose: er kristallisiert sehr schnell, manchmal schon innerhalb von Wochen. Sommerblütenhonig kristallisiert langsamer.
Nur echter, unerhitzter Honig kristallisiert. Flüssig gebliebener Honig wurde meist erhitzt — und hat dabei seine Enzyme verloren.
Im Wasserbad bei maximal 40°C langsam erwärmen. Nie in der Mikrowelle — die Hitze ist unkontrollierbar und zerstört Enzyme.
Gezieltes Rühren erzeugt viele kleine, gleichmäßige Kristalle. Das Ergebnis ist cremig-weich — perfekt streichfähig.
Kalt geschleudert bedeutet, dass der Honig ohne Wärmezufuhr aus den Waben geschleudert wurde. Die Temperatur bleibt dabei unter 40°C — der natürlichen Stocktemperatur der Bienen. So bleiben alle Enzyme, Antioxidantien und Aromastoffe vollständig erhalten. Im Gegensatz dazu wird Industriehonig oft auf 60–80°C erhitzt um ihn flüssig und leicht abfüllbar zu machen.
Cremig gerührt beschreibt eine kontrollierte Kristallisation. Honig kristallisiert von Natur aus — das ist kein Fehler, sondern ein Qualitätsmerkmal. Durch gezieltes, langsames Rühren bei kühler Temperatur werden viele kleine, gleichmäßige Kristalle erzeugt. Das Ergebnis ist eine cremige, streichfähige Konsistenz die sich leicht auf Brot verteilen lässt.
Nein — Kristallisation ist ein natürlicher Prozess und ein Zeichen für echten, unverfälschten Honig. Reiner Honig mit niedrigem Wassergehalt kristallisiert immer. Industriehonig bleibt oft flüssig weil er erhitzt wurde — was die Enzyme zerstört. Kristallisierten Honig kann man bei Bedarf sehr langsam und schonend im Wasserbad unter 40°C erwärmen.
Trachtrein oder sortenrein bedeutet, dass der Honig überwiegend aus einer einzigen Pflanzenquelle stammt. Unser Rapshonig ist trachtrein — die Bienen fliegen in dieser Zeit fast ausschließlich den blühenden Raps an. Sommerblütenhonig hingegen ist ein Vielblüter aus vielen verschiedenen Trachtquellen.
Honig wird industriell erhitzt damit er flüssig bleibt, leichter abzufüllen ist und nicht so schnell kristallisiert. Ab 40°C beginnen Enzyme abzubauen. Ab 60°C sind Diastase und Invertase weitgehend zerstört. Antioxidantien werden reduziert, Aromastoffe verflüchtigen sich, Pollen werden herausgefiltert. Der Honig bleibt süß — aber verliert den größten Teil seines gesundheitlichen Mehrwerts.
Stefan schleudern kalt und rühren cremig — so wie es sein soll. 500g für 6 € direkt aus Dargelin.